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tatsächlich ist das eine prüfung. ich habe in der letzten zeit viele prüfungen erlebt. ich sollte das anders ausdrücken. ich habe die letzte zeit mit einem veränderten bewusstsein erlebt. es ist alles sehr einfach. überwältigend einfach. nur ich lege bedeutungen hinein. weil ich deuten möchte. oder muss. ich kann es nicht entscheiden. ist auch nicht notwendig.


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warum schaust du mich nicht an?
der alte mann blickt über den rand seiner brillengläser hinweg aufmerksam zu ihr.


ich ehm ich... sie schrumpft in diesem augenblick. sie steht dort, in der mitte des zimmers. gerade noch konnte sie auf den schreibtisch schauen. jahresbericht. das hatte sie über kopf entziffern können. jetzt sieht sie von unten gegen die tischkante. grob gemasertes holz. sicher ein imitat. sie schüttelt den kopf.


wenn du willst, setze ich dich auf den tisch.
nein, nein. geht schon. 


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worte müssen sich in jedem fall ausweisen. zu leicht können sie täuschen. sag nun bitte nicht, dass der sinn der worte ihre legitimation ist. ich habe mit grosser erleichterung an-genommen, dass worte träger der fantasie sein können. ich kann ihnen trauen, darf sie belasten. nicht unsinn steht dem sinn gegenüber. schmerz zu vermeiden ist nicht das oberste ziel.

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3.12.05 15:50


zusammen tragen

ich kann das nicht beantworten. zur zeit habe ich selbst nur fragen.


fragen sind wichtiger als antworten. oftmals enthalten sie schon die antwort. zeige mir deine fragen. wir schauen sie uns zusammen an.


muss ich verstehen, was in mir geschieht?
??? wovon sprichst du???


ich meine, früher da hatte ich eher einfache antworten. ich war dann zufrieden, ich konnte alles vergessen. es ging vorbei. obwohl ich spürte, das war gar nicht die antwort. heute...
??? wovon sprichst du???


ich habe kopfschmerzen und sage mir, das liegt am wetter. die... hat auch gesagt, bei diesem wetter, sie hat kopfschmerzen, wie ich. also dieses wetter ist es. das schaffe ich so nicht mehr...
ja, und? wie alt bist du?


jetzt fragst du ja!

2.12.05 20:39


30.11.05 11:24


nebel-sprache

auch ich schaue immer wieder einmal nach: könnte ich nicht da-zu gehören? wäre es nicht schön, hier auch aufzutreten? es folgt eine phase der prüfung. ja, schön wäre es. wirklich? verstehe ich schon, was hier aufgeführt wird? ich lese lausche lese lausche lese lausche. nein. wieder einmal erkenne ich, es ist eine nebel-sprache. nicht nur das. ein künstlicher nebel wurde erzeugt. das ist sehr aufwändig, ich weiss es. es gibt bereiche, in denen es schwierig ist, manchmal durchaus notwendigen nebel von einem künstlich erzeugten zu unterscheiden. in der kunst, in der literatur ist nebel auch zuhause. bin ich vielleicht anmaßend? was biete ich selbst?


ich möchte den nebel nicht zu sehr beanspruchen. es gibt ihn hier auch in vielen unterschiedlichen ausprägungen. vielleicht schützt mich ein wenig meine etwas puritanische erziehung. und vor dieser wiederum die daraus entstandene gegenbewegung - die lust zu leben, die freude an sinneseindrücken und das lustvolle spiel damit. der verzicht hierauf wäre zu einschneidend. ich muss mich frei bewegen können. sonst sehe ich nichts.

26.11.05 22:31


schnitt

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es geht nicht anders. jeder tag ein anfang. jeder rückgriff ein fehlgriff. schwer bewegliches, kaum zugängliches, kaum erahnbares überall am weg.


es gibt eine sehr feine spur. ein faden, wieder und wieder verdeckt, zugedeckt.  dann sichtbar für eine kurze strecke. er ist entscheidend. alles gesehene, erfasste, erkannte ist an ihn angelagert, durch ihn spürbar, erlebbar. eine grund-legende spur.


ob ich einverstanden bin, ist unerheblich. es ist so. dass ich es erfahren kann. also muss ich mich einlassen. also bin ich einverstanden. die reihenfolge ist umgekehrt.


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wer sich darum bemüht, gesehen, gehört, gelesen zu werden, ist gefährdet. wer auszeichnungen und ehrungen sucht, wird es schwer haben. die grenze zwischen sich verstehen, austauschen, einander unterstützen, anregen zu: sich formieren, gruppieren, ein- und abgrenzen ist sehr fein. sie kann leicht übersehen werden. da-zu ge-hören, nicht nur fremde unter fremden sein - das ist von natur aus ein starkes bedürfnis. ich muss genau hin schauen.


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26.11.05 12:28


kleine pause

dieses blau schmerzt beinahe. so habe ich auch reagiert. schmerz. ich kann ihn nicht fassen, ich weigere mich, mit der sonde vermeintlich klaren blicks darin herum zu stochern. ich erhole mich. das ist entscheidend. mein körper hat ebenfalls reagiert. wenn du nicht klar blickst, dann verschaffe ich dir eine kleine pause. danke. jetzt kann ich wieder für mich sorgen.

25.11.05 15:40


deine stimme spricht davon.

doch ich höre sie nicht. ich blättere in den archiven. was soll ich tun? ich könnte über diese lücke hinweg springen. ich müsste die ausrichtung vollständig ändern. nicht möglich. meine zuversicht kommt mir in den sinn. auch sie scheint sich abgewendet zu haben. vielleicht gibt es einen zusammenhang. ich halte fest: das vertraute ist nicht vertraut. das unvertraute gebärdet sich beinahe schwesterlich.


es hat mich etwas an die hand genommen. ich atme tief. ich schaue um mich herum. da sehe ich nichts. 

20.11.05 12:57


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